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Jupiter wechselt in den Schützen: Sinn und Weite

15. November 2023

Wenn Jupiter in sein Heimatzeichen Schütze eintritt, weitet sich der kollektive Horizont. Ein gut einjähriger Zyklus beginnt, in dem Optimismus, Sinnsuche und der Wunsch nach Wachstum besonders stark zur Geltung kommen.

Jupiter, der große Wohltäter der klassischen Astrologie, kehrt im Schützen in sein eigenes Zeichen zurück. Beide stehen für Expansion, Sinn und das Streben über das Gegebene hinaus. Da Jupiter rund zwölf Jahre für einen Tierkreisumlauf braucht und etwa ein Jahr in jedem Zeichen verweilt, prägt dieser Ingress eine ganze kollektive Epoche, nicht nur eine Stimmung von Wochen.

Auf der gesellschaftlichen Ebene wächst in dieser Zeit das Bedürfnis nach Bedeutung. Fragen des Glaubens, der Weltanschauung, der höheren Bildung und des Rechts rücken in den Vordergrund. Es herrscht ein Klima des Aufbruchs und der Großzügigkeit, ein Vertrauen darauf, dass die Welt im Grunde sinnvoll geordnet ist. Die Lust am Reisen, am Fremden und am Über-den-Tellerrand-Schauen nimmt zu.

Persönlich erleben viele eine Phase wachsender Zuversicht und neuer Perspektiven. Wo zuvor Enge war, öffnet sich ein Raum. Es ist eine günstige Zeit für Wachstum jeder Art: Weiterbildung, Glaubensfragen, das Erweitern des eigenen geistigen und geografischen Horizonts. Der Schütze-Jupiter schenkt das Gefühl, dass mehr möglich ist.

Doch auch der größte Wohltäter hat seine Übertreibungen. Der Schütze-Jupiter neigt zur Maßlosigkeit, zur selbstgerechten Belehrung und zum Versprechen, das größer ist als die Wirklichkeit. Optimismus kann in Leichtsinn kippen, Sinnsuche in Dogmatismus. Psychologisch betrachtet stellt dieser Ingress die Frage nach dem rechten Maß der Weite: Wächst man wirklich, oder bläht man sich nur auf? Die Reife dieser Zeit liegt darin, den Horizont zu weiten und dennoch den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren.

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