Mars zieht in den Skorpion: Tiefe und Willenskraft
Im Skorpion, seinem traditionellen Zeichen, taucht Mars unter die Oberfläche. Die Energie wird verdichtet, konzentriert und unbeirrbar. Eine Zeit, in der wahre Motive und tiefe Leidenschaften ans Licht drängen.
Bevor Pluto entdeckt wurde, galt Mars als Herrscher über den Skorpion, und auch in der modernen Astrologie bleibt er hier kraftvoll zu Hause. Während der Widder-Mars sein Feuer offen und ungestüm zeigt, brennt der Skorpion-Mars im Verborgenen: konzentriert, ausdauernd, von einer fast unheimlichen Willenskraft. Der Ingress dauert je nach Bahn etwa sechs bis acht Wochen.
Kollektiv verschiebt sich die Qualität des Handelns vom Sichtbaren ins Untergründige. Es geht weniger um den offenen Kampf als um strategische Tiefe, um Macht, um das, was unter der Oberfläche wirkt. Themen wie Sexualität, Krisen, gemeinsame Ressourcen und psychologische Wahrheit treten in den Vordergrund. Der Skorpion-Mars duldet keine halben Sachen; er will alles oder nichts.
Persönlich kann diese Phase eine enorme Fokussierung der Energie bringen. Wer ein Ziel verfolgt, verfügt nun über eine Beharrlichkeit, die Hindernisse einfach durchdringt. Auch verdrängte Gefühle, alte Verletzungen und unausgesprochene Leidenschaften melden sich mit Nachdruck. Es ist eine Zeit, die zur Auseinandersetzung mit dem Eigenen zwingt, das man lieber im Dunkeln gelassen hätte.
Die Schattenseite des Skorpion-Mars liegt in der Besessenheit, im Kontrollbedürfnis und in der verdeckten Aggression. Leidenschaft kann in Eifersucht kippen, Willenskraft in Rachsucht, Tiefe in zerstörerische Verbissenheit. Psychologisch betrachtet, ganz im Sinne der archetypischen Astrologie, führt dieser Ingress in die Begegnung mit dem Schatten. Die Reife dieser Wochen besteht darin, die geballte Kraft nicht gegen andere oder gegen sich selbst zu richten, sondern sie für eine echte Wandlung zu nutzen, denn der Skorpion ist auch das Zeichen der Erneuerung aus der Krise.
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