Der zunehmende Mond: Zeit des Wachsens und Tuns
Zwischen Neumond und Vollmond gewinnt das Licht von Nacht zu Nacht. Diese aufsteigende Phase trägt nach außen – sie ist die Zeit, Begonnenes zu nähren und mutig voranzubringen.
Der Mondzyklus gliedert sich nicht nur in die markanten Punkte von Neu- und Vollmond, sondern auch in zwei große Bewegungen: das Zunehmen und das Abnehmen des Lichts. Die zunehmende Phase beginnt nach dem Neumond und führt über zwei Wochen hin zur vollen Fülle. Von Nacht zu Nacht wächst die beleuchtete Scheibe – ein Bild des Aufbaus, der Entfaltung, des Voranschreitens.
Was im Dunkel des Neumondes als Absicht gesetzt wurde, will nun genährt und sichtbar gemacht werden. Die Energie steigt, der Tatendrang wächst, und Vorhaben finden Rückenwind. Astrologisch und in der alten Erfahrung gilt diese Phase als günstig für alles, was zunehmen, sich aufbauen und entwickeln soll: ein Projekt vorantreiben, Kontakte knüpfen, etwas Neues etablieren, dem Körper Kraft und Aufbauendes zuführen.
Im Unterschied zum abnehmenden Mond, der dem Lösen und Loslassen dient, ist der zunehmende Mond die Zeit des Hinzufügens. Man spürt oft eine natürliche Bereitschaft, sich zu engagieren, sichtbarer zu werden, in die Welt hinauszuwirken. Wer diesen Rhythmus beachtet, arbeitet mit der Strömung statt gegen sie.
Doch auch diese Phase will mit Maß erlebt werden. Das wachsende Licht kann zur Überaktivität verführen, zum Wollen ohne Pause. Es lohnt sich, das Tun an die zuvor gesetzte Absicht zurückzubinden: Dient das, was ich gerade vorantreibe, wirklich dem, was ich im Neumond säen wollte? So wird das Wachsen nicht zum bloßen Geschäftigsein, sondern zur gerichteten Entfaltung. Und der nahende Vollmond mahnt, dass jede Phase des Aufbaus auf einen Punkt der Reife zuläuft, an dem sich zeigt, was Bestand hat und was nur Geschäftigkeit war. Mit der Strömung zu wachsen heißt, dem Tun auch wieder die Ruhe folgen zu lassen.


